Problemstellung
Bei der Entwicklung von Software – insbesondere, wenn diese verteilt erfolgt – stehen die folgenden Probleme im Vordergrund:
- Der Zusammenhang zwischen den verfolgten Geschäftszielen (z.B. Qualitätserhöhung oder Zeitreduktion) zu den konkreten Projektzielen (z.B. Verbesserung des Testprozesses) fehlt. Dies erschwert im Projekt das nachhaltige Verfolgen organisationsweiter Ziele.
- Es gibt keine Anleitung zur systematischen Ableitung von KPIs aus den verfolgten Projektzielen. Daher ist es oft unklar, welche Messdaten überhaupt zu erfassen sind.
- Gesammelte Daten werden oftmals zusammenhangslos angeboten. Die Ermittlung und Verfolgung von Abweichungen und deren Ursachen ist daher – insbesondere bei der verteilten Erstellung von Software – nicht möglich. Informationen, die sich nur aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Datenquellen ergeben, bleiben meist völlig unerkannt.
- Die Daten werden nicht in ein einheitliches Gesamtbild (alle Entwicklungsstandorte betreffend) eingegliedert, was die Kontrolle des Projektes erschwert. Stattdessen werden mehrere Insellösungen realisiert, die sowohl einzeln als auch im Gesamtkontext suboptimal agieren.
- Die Daten werden oftmals ungefiltert und nicht rollengebunden angeboten. Dies führt dazu, dass alle Projektbeteiligten (ob Projektleiter, Qualitätssicherer oder Entscheidungsträger) eine Unmenge von Daten für verschiedene Rollen überblicken müssen, was wiederum die Effizienz der Arbeit mit den Daten senkt.
Die Notwendigkeit des Vorhabens ergibt sich aus dem Fehlen eines ganzheitlichen Ansatzes zur Ermittlung und Darstellung relevanter Projektinformationen bei der Entwicklung softwarebasierter Systeme. Insbesondere das Fehlen eines empirischen Nachweises des Nutzens von Projektleitständen in der industriellen Praxis soll durch dieses Projekt beseitigt werden.